Guerilla- und cleveres Urban Gardening

Guerilla- und cleveres Urban Gardening

Mehr Grün ins Beton!

Kommt es nur uns so vor oder unterhält sich gerade jeder über Tomaten auf dem Balkon und darüber, dass alle irgendwie gerne einen Schrebergarten hätten? Mit dem können wir nicht dienen, dafür aber mit diesen wertvollen Ideen für mehr Grün in den Städten.

Der Frühling hat begonnen und damit auch die Zeit, in der man die Sonne draußen im Garten oder im Grünen verbringt. In den Städten ist das jedoch manchmal gar nicht so einfach: Viel Beton, keine Grünflächen und statt flanieren im eigenen Garten ist eher Urlaub auf Balkonien angesagt. Doch hier und da gibt es ein paar Ideen und Projekte gegen das triste Grau in den Städten dieser Welt.

Wir finden einige davon richtig gut und wollen sie mit dir teilen. Außerdem gibt's den ein oder anderen Tipp und wer weiß - vielleicht gibt es auch bei uns bald bewachsene Busdächer und den öffentlichen Gemüsegarten mitten in euren Stadtzentren. 

Grüne Busdächer in Barcelona

Hier fahren seit ein paar Jahren die weltweit ersten Busse mit Dachgarten herum. Erfinder war Marc Granen, ein spanischer Landschaftskünstler und Gründer des Start Ups Phyto Kynetic. Das System funktioniert ohne Erde: Die Pflanzen auf dem Dach werden durch einen Schaumstoff mit Wasser versorgt, welches die Klimaanlage des Fahrzeugs produziert. Da fährt man doch gleich lieber Bus und tut noch was für die Umwelt.

Legal und öffentlich ernten mit Mundraub

Bei einem schönen Sonntagsspaziergang kommt man an einem großen Apfelbaum vorbei, der mitten auf einer öffentlichen Grünanlage liegt und unter dem zig vergammelte Äpfel liegen. Schade, denkt man sich dann. Aber soweit muss es gar nicht kommen, dachten sich die Erfinder*innen von Mundraub. Sie entwickelten eine Karte, auf der herrenlose Obstbäume eingetragen werden, die ganz legal abgeerntet werden dürfen.

Die Regeln sind im Prinzip ganz einfach: Geh behutsam mit den Bäumen und der Natur um, teil deine Entdeckungen mit anderen und engagier dich bei der Pflege und Nachbepflanzung. Und falls Zweifel bestehen, ob der Baum auf öffentlichem oder nicht doch auf einem privaten Grundstück steht, verzichte lieber auf die Gratisernte.

Außerdem findest du neben Bäumen noch weitere Standorte mit verschiedensten Naturprodukten, vom Obststrauch und -baum, über Kräuter, Nüsse und Mostereien. Also los!

Ein Garten für alle, mitten in der Stadt

Auch die egoFM Stadt Regensburg will grüner werden und nimmt sich daher ein Beispiel an der essbaren Stadt Andernach in Rheinland-Pfalz. Hier gibt es sie nämlich schon, die Gärten inmitten des Stadtzentrums, von denen jeder ernten darf (und sähen natürlich auch). Mal davon abgesehen, dass es echt cool wäre den Salat fürs Abendessen auf dem Weg nach Hause einfach schnell auszubuddeln, gibt es den gartenlosen Hobbygärtner*innen eine super Möglichkeit um kreativ zu werden. Und es schafft mehr Bewusstsein zur eigenen Nahrung.

Dächer werden grüner

In Frankreich müssen Neubauten seit einigen Jahren in Gewerbegebieten eines bieten: Dachbegrünung, also einen Dachgarten haben oder Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien.

Die Green Roofs sehen nicht nur hübsch aus, sondern haben auch einen positiven Effekt auf die Ökobilanz der Gebäude. Durch ihre isolierende Wirkung sparen die grünen Dächer im Winter Heizkosten und kühlen im Sommer. Hauptgrund für die Umsetzung war aber die positive Auswirkung auf das Stadtklima, denn durch die entstehende frische Luft werden Schadstoffe neutralisiert. Außerdem bieten die neuen grünen Dächer städtischen Lebensraum für Insekten und Vögel.

Gut gemacht, Frankreich! Mittlerweile zieht auch Deutschland nach, zumindest peu à peu - ganz vorne mit dabei: Bremen!

Seed Bombs und Guerilla Gardening

Vielleicht kennst du das ja schon. Ein paar Menschen mit grünem Daumen adoptieren kleine grüne Flächen um eine Straßenlaterne rum und verschönern unsere Straßen mit Blumen und Pflanzen. Oder man läuft durch die Straßen und plötzlich stehen da ein paar Blumentöpfen mit einem Schild "Nimm mich mit oder tausche mich". Diese Phänomene sammeln sich unter dem Begriff Guerilla Gardening und werden immer beliebter.

Ein super Gadget um selbst ein grüner Daumen auf geheimer Mission zu werden, sind sogenannte Seedbombs.


Diese Beutel oder kleinen Erdkugeln enthalten Samenmischungen, die man nur auf den Boden werfen muss. Beim nächsten Regen fangen sie an zu keimen und schon nach wenigen Wochen hat man, je nach Saatgut, saftige Wiesen oder bunt blühende Blumen. Falls ihr auf eurer grünen Mission nicht alleine sein wollt, sucht nach Guerilla Partnern, wie in München zum Beispiel die Guerilla Gärtner*innen München.

Moos Tattoos

Mit einem neuen DIY-Trend kannst du ruckzuck etwas mehr Grün in die Stadt bringen, nämlich mit dem Moos Tattoo. Dafür musst du nur einen simple, umweltfreundliche Rezeptur zusammenmischen, diese dann im Schriftzug deiner Wahl an eine Wand deiner Wahl schmieren und schon kannst du Moos Graffiti bewundern. Wie lange es dauert, bis das Moos wächst, hängt von der Witterung ab. Es ist eine Diskussion darüber entbrannt, was die besten Bedingungen sind. Am besten klappt's in einer Jahreszeit, in der es nicht zu heiß ist. Unser Frühling gerade ist also optimal!

Folgendes brauchst du für deine Moos Mischung:

  • 3 Tassen Moos
  • 2 Tassen Milch, Buttermilch oder Joghurt (Sojajoghurt soll auch gehen)
  • 2 Tassen Wasser oder Bier
  • 1/2 TL Zucker

Vermisch diese Zutaten in einem Mixer (vorzugsweise einem, den du danach eher nicht mehr für Lebensmittel verwenden willst, duh!) und fülle die Flüssigkeit ab. Danach einfach mit einem Pinsel den Schriftzug deiner Wahl auf eine raue, feuchte und schattige Wand aufmalen. Und voilá: Das Moos ist los!

Design ❤ Agentur zwetschke