Superhelden im echten Leben

Superhelden im echten Leben

Vergiss Batman & Co.

Für Fasching ins Spiderman-Kostüm schlüpfen - logo. Aber regelmäßig den Superhelden spielen? Machen tatsächlich viele Menschen gern...

Real Life Superheroes nennt sich diese Spezies - und das sind die abgefahrensten unter ihnen:
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    Superhelden im echten Leben

Der Birmingham Spiderman

Mehrmals pro Woche schlüpft ein anonymer Wohltäter in das weltbekannte Spinnenkostüm und verteilt Essen an die Obdachlosen von Birmingham. Über die Identität von Fake Spidey kann nur spekuliert werden - angeblich ist er ein Kellner um die 20, der nach der Arbeit zum Superheld wird. Dabei folgt er einer strengen Routine: Gegen 21 Uhr macht er sich auf den Weg und kauft von seinem eigenen Geld Sandwiches, die er dann an Bedürftige verteilt.



Das Spiderman-Kostüm hilft ihm bei seiner Arbeit - gegenüber der britischen Huffington Post verrät er: 
"Früher, als ich noch kein Kostüm anhatte, hat das was ich mache keinen interessiert. Aber wenn sie dann Spiderman sehen, der Essen verteilt, werden sie neugierig und kommen zu mir und wollen wissen, was ich da treibe."
Das wichtigste sei aber, so Spiderman weiter, dass er den Menschen als Inspiration diene, selbst aktiv zu werden und etwas Gutes zu tun. Und das funktioniert: Mittlerweile sind viele Birminghamer dem Vorbild gefolgt und haben angeboten, Geld zu spenden. Das lehnt unser Superheld allerdings ab - stattdessen ist es ihm wichtiger, dass jede*r selbst auf die Straße geht und hilft, wo er*sie nur kann. Und wie das so ist im 21. Jahrhundert, hat der Birmingham Spiderman natürlich auch eine Facebook-Seite, über die er ebenfalls für die gute Sache kämpft.

Knight Warrior

Tagsüber ist er Gärtner, abends verwandelt sich der Anfang 20-jährige Roger Hayhurst aus Manchester in Knight Warrior, einen Superheld, der sich auf die Fahne geschrieben hat, nachts für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Sein Hauptziel sind Betrunkene, die anfangen zu randalieren wenn sie nach Sperrstunde aus den Pubs und Bars heraustorkeln. Und wenn gerade niemand das Bedürfnis verspürt sich zu prügeln, kümmert sich Knight Warrior einfach um die Obdachlosen in und um Manchester.




Wheel Clamp Man

Er ist der wahrscheinlich farbenfrohste unter den Superhelden. Sein Zuhause: Perth in Australien. Sein Gebiet: Parksünder. Aber statt sie zu bestrafen, rettet er sie vor dem (eisernen) Arm des Gesetzes. Seine Ausrüstung: Ein froschgrüner Morphsuit, regenbogenfarbene Socken, ein schwarzer Slip und eine Flex. Richtig, eine Flex, denn Wheel Clamp Man hat sich - wie der Name verrät - auf Parkkrallen und deren Entfernung spezialisiert.

In Australien werden Falschparker nämlich nicht immer gleich abgeschleppt - manchmal bekommen sie einfach nur eine Parkkralle verpasst, die den Besitzer am Wegfahren hindert. Um Weiterfahren zu können, müssen die Fahrzeughalter bis zu 135 Dollar Strafe zahlen. Es sei denn, Wheel Clamp Man flext ihnen den Weg frei. Im Gegenzug für seine "guten Taten" fordert Wheel Clamp Man von den Befreiten eine Spende, die er direkt an Obdachlose weiterleitet. 


Phoenix Jones

Die Straßen Seattles sind um einiges sicherer geworden, seitdem Phoenix Jones gegen die dunkle Unterwelt kämpft. In schwarz-goldener Uniform mit kugelsicherer Weste, Pfefferspraykanone und Elektroschockstab sorgt Phoenix Jones für Ordnung in seiner Heimatstadt und ist so dort mittlerweile zu einer Institution geworden. Videobeweise von seinen Einsätzen gibt es massenhaft und natürlich hat Phoenix Jones, wie es sich für einen Superhelden des 21. Jahrhunderts gehört, einen Facebook-Account. Man weiß ja nie. 

Allerdings ist in diesem Fall die Grenze zwischen "lustigem Superheld" und Scharfrichter fließend, nicht selten sind die Hobby-Helden auch der Polizei ein Dorn im Auge: Phoenix Jones wurde nach einem seiner "Einsätze" wegen übermäßigem Gebrauch von Pfefferspray verhaftet.



Mr. Xtreme

Tagsüber arbeitet er als Wachmann und nachts sorgt er auf den Straßen von San Diego für Recht und Ordnung. Mr. Xtreme zieht in einem Outfit, das sehr an die Teenage Mutant Ninja Turtles erinnert, durch seine kalifornische Heimatstadt und beschützt seine Mitmenschen. Und weil ein Kollektiv an Superhelden immer noch etwas besser für Gerechtigkeit sorgen kann als einer alleine, hat er die Xtreme Justice League gegründet.

Captain Sticky

Er war der wohl verfressenste aller Superhelden, denn seinen Namen (Käptn Klebrig) hat er seiner Leidenschaft für Erdnussbutter zu verdanken. Leider ist er bereits 2003 in Thailand im Alter von 57 Jahren verstorben. Bis dahin war er mit rundem Bauch, blauen Leggings und einem goldenen Cape in den Straßen von San Diego unterwegs, um sich dort für das Gute einzusetzen. Mit seiner Erdnussbutter-Bazooka (kein Scheiß) trat er auf wohltätigen Veranstaltungen für Behinderte auf und zwang in einem anderen Fall ein Pflegeheim, zu Missbrauchsvorwürfen Stellung zu beziehen.

The Fox

Im Gegensatz zum dicklich-lieben Sozialarbeiter Captain Sticky gehörte The Fox zu den Radikalen unter den Superhelden. In den 70er Jahren hat er sich einen Namen in seiner Chicagoer Heimat gemacht als Umweltaktivist, der auch gerne mal zu illegalen Mitteln greift, um seine Ziele zu erreichen. Um auf die Gefährdung durch Industrieabwässer aufmerksam zu machen, ruderte der hauptberufliche Lehrer über den Fluss - um dort die Abwasserkanäle einer Fabrik zu verstopfen. Hinzu kamen Einbrüche in Firmen, um dort Industrieabfälle auf den Teppich zu kippen oder den Inhabern tote Stinktiere vor die Tür zu legen.

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