Provinz bei egoFM

Provinz bei egoFM

Das Interview zum Nachhören

Die junge Folk-Pop-Band war zu Gast bei Max und redete mit ihm über das Aufwachsen auf dem Land, den Enkeltrick und ihren plötzlichen Erfolg.


Provinz aus der Provinz 

Der Name ist Programm: Vincent, Moritz, Robin und Leon sind keine Berliner Großstadtband, sondern kommen aus der Nähe von Ravensburg. Des isch a klaans Städtle im Schwabeländle.
 

Man muss keine Großstadtluft geschnuppert haben, um Erfolg zu haben.

Provinz waren bereits bei Inas Nacht und Late Night Berlin zu Gast. Und im April erscheint ihr Debütalbum Wir bauten uns Amerika. 
Die Abwesenheit städtischen Trubels hat also keinesfalls ihren kreativen Output beeinträchtigt. Aber ihren Stil beeinflusst.

"Wenn wir genau so, als junge Männer, in der großen Stadt Musik machen würden, würden wir anders klingen. Und das geht den Stadtbands glaube ich genauso. Wenn die auf dem Land groß geworden wären, würden die auch anders klingen, weil es einen prägt, wo man Zeit verbringt".

Beschreiben würden sie das, was dabei herauskommt, folgendermaßen:

"Wir haben für uns einfach festgelegt, wir machen deutschsprachige Folk-Pop-Musik."

Wie das klingt, kannst du hier hören:



Doch auch, wenn das Leben auf dem Land maßgeblich zum Klang von Provinz beigetragen hat, das Paradies ist die Abgeschiedenheit dann auch wieder nicht.

"Man entwickelt in der Jugend so eine Sehnsucht. Am Anfang ist es cool, Kind zu sein in der Provinz, aber wenn du heranwächst, dann war's für mich immer eher so: 'Ach, in der Stadt muss es viel geiler sein.'"
  • Provinz zu Gast bei Max
    Das Interview zum Nachhören

In finanzieller Hinsicht war die Gegend rund um den Bodensee jedoch durchaus paradiesisch.

In ihrer Anfangszeit und bevor sie in ihrer jetzigen Konstellation bestand, verdiente sich die Band etwas mit Straßenmusik dazu.

"Am Bodensee sind oft reiche Rentner unterwegs. Wir waren süß, wir waren jung. Die haben wir dann natürlich ein bisschen ausgenutzt." 

Das musikalische Talent liegt aber auch in der Familie. Sänger Vincent, Bassist Moritz und Keyboarder Robin sind Cousins. Schon bei Familienfesten zeichnete sich ihre Affinität für Musik ab.
"Wir waren an Weihnachten bei Oma und alle haben gesungen und irgendwie sind wir dann am Schluss noch zusammengesessen und haben den ersten Song geschrieben."

Dass Schlagzeuger Leon mit den anderen Bandmitgliedern nicht blutsverwandt ist, stört allerdings niemanden. Er selbst pflegt einen humorvollen Umgang damit.

"Ich glaub, langsam bin ich anerkannt. Langsam wachse ich rein. Inzwischen sprechen sie mich sogar mit Namen an."

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Von links: Moritz, Leon, Robin und Vincent.



Die vier funktionieren hervorragend miteinander.

Das Video zum obigen Song "Was uns high macht" wurde schon weit über eine Million mal geklickt, ihre Tour im Frühjahr war nach kürzester Zeit ausverkauft und auch die Karten für die kommende neigen sich dem Ende. Diesen unerwarteten Erfolg können sich Provinz selbst nicht so ganz erklären. 

"Es war super überraschend. Wir haben die Tour angekündigt und es ging vier oder fünf Tage, dann war die ausverkauft. Wir wussten selbst überhaupt nicht, wieso."

Doch vielleicht ist es genau diese fast schon unschuldige Ahnungslosigkeit der Band, die sie so interessant und authentisch macht. Sie machen einfach das, was sie schon seit Jahren aus reiner Leidenschaft tun: Musik. 

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