Am 4. Februar vor 109 Jahren wurde Rosa Parks geboren. Sie schrieb mit ihrem "Nein" Geschichte und gilt als eine Pionierin des Civil Rights Movements.
Der Busboykott von Montgomery
Rosa Parks wurde 1913 in Tuskegee, Alabama geboren und zog später nach Montgomery. Bis in die 1960er waren in den Südstaaten der USA rassistische Gesetze und Regelungen wie die "Rassentrennung" weit verbreitet, Schwarze wurden in allen Lebensbereichen ganz offen diskriminiert. Unter anderem wurden Schulen, öffentliche Toiletten, Parkbänke und Geschäfte in "Whites only" und "Coloreds only" separiert. Auch die öffentlichen Busse des Nahverkehrs wurden in Alabama unterteilt: Es gab einen vorderen Teil nur für
weiße Personen, einen hinteren nur für Schwarze, und einen mittleren Teil, in den sich Schwarze zwar setzen durften, allerdings aufstehen mussten, sobald eine
weiße Person sich in diese Reihe setzten wollte.
Am 1. Dezember 1955 saß Rosa Parks auf genau solch einem mittleren Bussitzplatz und weigerte sich aufzustehen, als weiße Fahrgäst*innen die Plätze beanspruchten.
Sie hatte die Diskriminierung und das ständige nachgeben müssen satt und blieb sitzen. Oft hieß es im Nachhinein, sie sei müde und erschöpft von der Arbeit gewesen und deswegen sitzen geblieben, in ihrer Autobiographie schreibt sie aber:
"People always say that I didn't give up my seat because I was tired, but that isn't true. I was not tired physically, or no more tired than I usually was at the end of a working day. I was not old, although some people have an image of me as being old then. I was forty-two. No, the only tired I was, was tired of giving in." - Rosa Parks in My Story
Der Busfahrer rief daraufhin die Polizei und Parks wurde wegen Störung der öffentlichen Ruhe verhaftet.
Parks Protestaktion sorgte landesweit für Aufsehen und als Reaktion auf ihre Verhaftung und ihre anschließende Verurteilung zu einer Geldstrafe starteten Proteste unter der afroamerikanischen Bevölkerung, um auf die rassistische Diskriminierung aufmerksam zu machen. Der bis dahin unbekannte Martin Luther King wurde Vorsitzender der neu gegründeten
Montgomery Improvement Association, die mit einem Busboykott eine respektvolle Behandlung, gleiche Rechte für alle Fahrgäst*innen und die Einstellung von schwarzen Busfahrer*innen forderte. Diesem Boykott schlossen sich unzählige Schwarze an.
Insgesamt boykottierten sie 381 Tage lang den Nahverkehr.
Der sogenannte Busboykott von Montgomery führte zu erheblichen finanziellen Einbußen bei den Verkehrsbetrieben (ungefähr 70 Prozent der Fahrgäst*innen vielen weg) und endete mit einem Urteil des Obersten Gerichtshofs, in dem die Segregation im öffentlichen Nahverkehr für verfassungswidrig erklärt wurde.
Rosa Parks engagierte sich bereits vor dieser legendären Aktion in der Civil Rights-Bewegung. Seit 1943 arbeitete sie neben ihrem Beruf als Schneiderin ehrenamtlich als Sekretärin für die National Association for the Advancement of Colored People (NAACP). Durch ihre Protestaktion im Bus und den dadurch ausgelösten Boykott wurde sie allerdings landesweit bekannt. Das brachte ihr leider nicht nur großes Ansehen, sondern führte immer wieder auch zu Beleidigungen und Übergriffen.
Auch Lillie Mae Bradford, Irene Morgan oder Claudette Colvin hatten sich beispielsweise zuvor geweigert - Morgan erreichte damit bereits elf Jahre vor Parks Protestaktion die Aufhebung der Trennung im Fernverkehr.
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