Faber bei egoFM

Faber bei egoFM

Das Interview zum Nachhören

Faber hat mit seinem neuen Album gerade unseren Lieblingstonträger geliefert. Im Studio bei egoFM Max erzählt er, warum Interviews ihn immer nachdenklich machen.

Faber kann viel mehr als nur zu provozieren. Er macht's aber halt trotzdem ziemlich gerne...


Faber bei egoFM

Lieblingstonträger: Das neue Album I fucking love my life

Faber zu Gast bei Max: Das Interview zum Nachhören




Lieblingstonträger: Das neue Album I fucking love my life

Wie sagt man doch so schön? Jede Promo ist gute Promo...

Bildquelle: Albumcover 'I fucking love my life' | Universal Music

Oder so. Aufmerksamkeit gab's für Faber in letzter Zeit auf jeden Fall viel: Sein neuer Song "Das Boot ist voll" schlug gigantische Wellen der Provokation - der Refrain war dann doch ein bisschen zu viel.

Eine Woche später kommt Faber mit der leicht entschärften Variante vom Song um die Ecke. Und während alle sich noch den Kopf darüber zerbrechen, ob das jetzt ein spätes Einsehen oder sogar eine noch durchdachtere Promomaßnahme war, haut Faber uns schon die nächsten Songs um die Ohren - jeder mit genug Zündstoff für lange Diskussionen. Manche finden es übertrieben, andere sind seither noch viel größere Fans.

Bei so viel Wirbel kann man schon mal vergessen, dass Faber den ganzen Trubel eigentlich gar nicht so nötig hat.


Sein neues Album I fucking love my life ist Beweis genug, dass seine Musik dafür eigentlich reicht. So viel aber vorweg: Ganz lassen kann er das mit dem Provozieren dann doch nicht. Muss er aber auch gar nicht.


Vorläufige Lebensgeschichte

Schon nach gut fünf Minuten wird aber klar, dass der Schweizer schon merkt, was er mit seiner Musik hin und wieder auslöst:
"Ich weiß nicht, soll ich kotzen oder weinen, wenn mir einer sagt, ich soll bitte so bleiben, wie ich bin." - Faber in "Jung und Dumm"
Das klingt dann doch fast so, als wollte Faber nicht mehr bloß der Schweizer Sänger sein, der viel pöbelt.

Ganz groß verändert hat er sich aber trotz aller Tränen und Kotze dann doch nicht:


Faber kann eindringlich ins Ohr flüstern und im nächsten Moment wieder aufbrausend gequält schreien. Der Musiker hat schon immer seinen Frust in Songform ausgekotzt und so macht er dann auch auf der neuen Platte weiter. Auf I fucking love my life geht’s aber im Vergleich zum Vorgänger weniger um romantische Querelen:

Faber nimmt dieses Mal sein neues Leben als gefragter Künstler auseinander...


Das kann manchmal sehr persönlich werden, hin und wieder bekommt aber auch die Gesellschaft drumherum ihr Fett weg: In "Highlight" singt Faber darüber, was der Erfolg mit ihm macht. "Jung und Dumm" rechnet mit altklugen Nörglern ab und "Generation Youporn" schießt gegen scheinheilige Mitmenschen. Der Schweizer haut einem dabei so viele zitierfähige Punchlines um die Ohren, dass man schon zwei- bis dreimal hinhören muss, um zu verstehen, was Faber sagen will.

So viel Faber auch austeilt - er selbst kriegt fast am meisten ab.


So klingt es fast schon wie ein leichter Anflug von Reue, wenn Textzeilen der ersten Platte Sei ein Faber im Wind plötzlich auf I fucking love my life wieder auftauchen.

Mal wieder viel Stoff für die Kunstdebatte

Musikalisch klingt unser egoLiebling auch auf der neuen Platte immer noch ein bisschen wie ein besoffener Philosoph, der einem in der Kneipe erst den Sinn des Lebens erklärt und dann auf dem Nachhauseweg einen Taxifahrer zusammenbrüllt.

Und am wohlsten fühlt er sich immer noch mit seiner Balkan Brass Band im Rücken. Es gibt zwar den ein oder anderen melancholischen Ausflug in 80s Lounge Rock, inklusive langem Saxophonsolo in "Komm Her". Aber dann kehrt schnell die mittlerweile schon telepathisch kommunizierende Goran Koč y Vocalist Orkestar Band mit ihrem bekannten Sound zurück und versetzt die Zuhörerschaft ins Rollen.

 
Sein Hang, nicht nur mit den Lyrics, sondern auch musikalisch anzuecken, ist selbstverständlich auch noch da: Neben den Vorabsingles, die eh schon keinerlei Pardon kennen, tauchen da noch Songs wie "Vivaldi" auf. Da wird im Text der Candyshop besucht und die ein oder andere Flöte auf Größe überprüft. Uff. 

Auch wenn der Song viel mehr ist als bloß eine Reihe von profanen Textzeilen: Es bleiben halt erstmal die bewusst plumpen Textzeilen hängen und wahrscheinlich wird auch genau das bei den kommenden Konzerten am lautesten mitgebrüllt. Also haben wir wieder die gleiche Frage wie bei Fabers Debüt:

Ist das okay, weil es Kunst ist?

Auf diese Frage weiß dann auch Faber keine Antwort, er tut aber auch gar nicht erst so, als wüsste er eine. Gut möglich, dass wir die auch erstmal selbst finden müssen.

Dranbleiben lohnt sich aber natürlich auch für sanfte Gemüter trotzdem, denn hinter dem ganzen Krawall steckt eben einfach ein verdammt talentierter Songschreiber.


Und seien wir alle - sowohl Fans als auch Kritiker - doch mal ehrlich: Faber wär nicht Faber, wenn die Provokation nicht wäre.



Tracklist: Faber - I fucking love my life

01 Ouverture
02 Highlight
03 Jung und dumm
04 Top
05 Das Leben sei nur eine Zahl
06 Sag mir wie du heisst - Pt. 1
07 Sag mir wie du heisst - Pt. 2
08 Ihr habt meinen Segen
09 Intermezzo
10 Das Boot ist voll
11 Generation YouPorn
12 Vivaldi
13 Nie wieder
14 Coda
15 Komm her
16 Heiligabig ich bin bsoffe

I fucking love my life ist am 01. November bei Universal erschienen.



Faber zu Gast bei Max: Das Interview zum Nachhören


Mit dem neuen Album im Gepäck hat Faber im egoFM Studio vorbeigeschaut.

Im Interview mit egoFM Max spricht er über lackierte Fingernägel, das musikalische Thema des Albums und seine Kiosk-Idee.

  • Faber zu Gast bei Max
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Auf dem Album setzt sich Faber intensiv mit sich selbst und seiner Entwicklung als Künstler auseinander. Er findet, dass das Album I fucking love my life zwar textlich kein Novum ist, aber sein bisher bestes Stück:
"Thematisch ist es sehr ähnlich. Ich finde, es ist die Weiterführung von dem, was wir angefangen hatten und das ist auch okay so. Ich finde es schon sehr ähnlich, aber es ist alles bisschen eleganter, besser, aufgeräumter" - Faber

Und doch ist I fucking love my life einzigartig in der Diskografie des Schweizers. Der Song "Ihr habt meinen Segen" ist dafür ein gutes Beispiel:
"Ich dachte mir, alle kennen eine Lisa und einen Julian, auf die das auf jeden Fall zutreffen könnte - diese Liebesgeschichte. Das ist eine der wenigen schönen Liebesgeschichten, die ich je erzählt habe." - Faber


Sein eigenes Herz ist - auf Albumlänge rausgehört - so schwer wie noch nie - I fucking love my life ist also sehr ironisch gemeint. 


Vielleicht deswegen hat sich Faber ein Projekt für die Zukunft überlegt, das ihn auf andere Gedanken bringen könnte: Mit seiner Mutter plant er einen Kiosk in Zürich mit Getränken, Snacks, Kaffee und allem, was dazugehört. Wir sind gespannt, welche Geschichten für eine neue Platte dabei womöglich rumkommen werden.

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