Warum du diese Kinderserie sehen solltest

Warum du diese Kinderserie sehen solltest

Bluey: Die aktuell beste Kinderserie, die auch Erwachsenen gefällt

Von  Anna Taylor
Egal, ob du ein Kind bist, eines hast oder überhaupt jemals eines haben willst: Schau dir 'Bluey' an! Und dank uns später.

Kinderserien aus der Hölle gibt's en masse

Vielleicht oder ganz bestimmt kennst du das: Dein Kind möchte eine seiner Lieblingsserien sehen und du musst notgedrungen mitgucken. Vielleicht scrollst du dann nebenbei mit einer Gehirnhälfte durchs Handy, während du dich mit der anderen fragst, wie stumpf und eindimensional Kinderserien heutzutage bitte sein können, wobei das ein oder andere gemurmelte "Was für ein Schmarrn" schon mal rausrutschen kann.

Doch dann entdeckt ihr eine Serie, die ganz anders ist: Bluey

Diese australische Animationsserie bringt Kinder und Erwachsene gleichermaßen zum Lachen, Heulen und Reflektieren. Und das ist so gut, dass manchmal sogar du die Person bist, die dein Kind überredet, noch eine weitere Folge zu schauen. Und noch eine. Und noch eine und noch eine und noch eine... Klar kann man jetzt motzen, dass dieses maßlose Überschreiten der heilig gesetzten Screen Time die Verdammnis für dein Kind bedeutet. Du kannst aber auch einfach weiterlesen und dich von uns überzeugen lassen, warum Bluey eine derart fantastische Serie ist! 

Worum geht's bei Bluey?

Die Serie dreht sich um Bluey, eine sechsjährige, blaue Australian Cattle-Hündin, ihre vierjährige Schwester Bingo und ihre Eltern Chili und Bandit. In den einzelnen Episoden (die in der Regel etwa sieben Minuten lang sind) erleben die beiden Schwestern die Abenteuer des Alltags: Sie spielen fantasievolle Spiele, basteln, tanzen und lernen durch ihre Erlebnisse wertvolle Lektionen über das Leben. Zum Beispiel über zwischenmenschliche Beziehungen. Über Vergleichsdruck. Über schwierige Veränderung. Und und und und...

Kurz: In Bluey herrscht nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen, sondern es geht völlig entromantisiert auch um die Hürden, die das Leben einem so in den Weg schmeißen kann. Und zwar nicht nur als Kind, sondern auch als Erwachsene*r. Das Storytelling ist dabei wirklich gnadenlos süß: Alltägliche Situationen werden in kurze, aber spannende, humorvolle und lehrreiche Geschichten verwandelt.



Was macht Bluey so besonders?

So viel Liebe für Fantasie

Die Episoden fokussieren sich oft auf die kleinen Momente des Lebens: Ein Picknick im Park wird zu einer epischen Schatzsuche, das Aufräumen des Spielzimmers zu einer spannenden Detektivmission. Dabei schafft es die Serie, die Fantasie der Kinder und die Realitäten des Erwachsenseins perfekt miteinander zu verbinden. Eltern werden so daran erinnert, wie wichtig es ist, die Fantasie ihrer Kinder zu fördern und sich gelegentlich selbst in diese Welten zu begeben.


Lektionen für Klein und Groß

Bluey zeigt, wie Kinder – und Erwachsene! – lernen können, mit Gefühlen wie Freude, Angst oder Traurigkeit umzugehen. Was die Serie dabei fast einzigartig macht, ist die Fähigkeit, diese Lektionen sowohl für Kinder als auch Erwachsene zu vermitteln. Kinder lernen wichtige Dinge wie Empathie, Kreativität und den Umgang mit Emotionen. Erwachsene hingegen können sich in den Situationen oft selbst wiedererkennen und erhalten subtile, aber wertvolle Hinweise darauf, wie man Geduld, Verständnis und Humor im Alltag mit Kindern bewahren kann.

Dabei scheint die Serie ein Credo zu verfolgen: Egal, wie groß die Lektionen bei Bluey sind, der Zeigefinger wird nie gehoben. Viel mehr spiegeln uns Bluey, Bingo, Bandit und Chili in unserer Hilflosigkeit, was das Ganze so relatable macht. 

In der Episode "Baby Race" etwa lernt Chili, sich nicht mit anderen Müttern zu vergleichen und ihren eigenen Weg im Elternsein zu finden. Dabei wird man dann gerne von einem besonders großen Ugly Cry-Moment überrumpelt, einfach weil die Worte gesagt werden, die man als hin und wieder hoffnungslos überfordertes Elternteil nur zu gerne mal hören will: "Du. Machst. Das. Schon. Gut."


Geschichten wie diese vermitteln auf herzzerreißende, charmante Weise, dass es okay ist, Fehler zu machen – wir tun's immerhin alle – und dass Selbstakzeptanz ein lebenslanger Lernprozess ist. Womit wir zum nächsten Punkt kommen...

Von Fehlern lernen und mit Imperfektion klarkommen

Die Charaktere in Bluey sind alles andere als perfekt. Bandit ist oft zu schroff, Chili hat Momente der Überforderung und auch die Kinder handeln – wie Kinder eben so sind – manchmal egoistisch oder respektlos. Doch wie bereits erwähnt erhebt die Serie nie den moralischen Zeigefinger, sondern zeigt, wie man aus Fehlern lernen kann – mit Verständnis, Geduld und einer Prise Humor.

Die liebevolle Partnerschaft zwischen Bandit und Chili

Die Beziehung zwischen Blueys Eltern, Bandit und Chili, ist ein leuchtendes Beispiel für eine gleichberechtigte Partnerschaft. Sie teilen die Aufgaben des Elternseins und ergänzen sich dabei perfekt. Ihre liebevollen Neckereien und kleine Geständnisse der Liebe, die absolut nicht zu kitschig wirken, zeigen eine wundervolle, respektvolle Beziehung, die für Kinder und Erwachsene gleichermaßen inspirierend sein kann.

Erwachsenenhumor kindergerecht verpackt

Ähnlich wie bei Spongebob Schwammkopf schaffen es auch die Drehbuchautor*innen von Bluey, das ein oder andere anstößige Witzchen in die Handlung so zu verweben, dass die Kinder nicht stutzig werden, die Erwachsenen sich jedoch wegschmeißen können. Das ist wirklich brillantes Entertainment auf mehreren Ebenen.


Authentizität statt Romantisierung des Elternseins

Bluey ist so nachvollziehbar, weil es das Elternsein nicht romantisiert. Eltern, die bei all dem Chaos und den Herausforderungen des Alltags zuweilen erschöpft sind, werden Trost in Bandit und Chili finden, die trotz aller Schwierigkeiten immer ihr Bestes geben. Na ja und wenn es halt mal nicht geht, dann ist das auch okay – dann übernehmen die Kinder eben auch mal ein bisschen Verantwortung und sind für ihre Eltern da.

Genau das ist es eben: Bei Bluey werden die vermeintlich knallharten Unterschiede zwischen den Großen und Kleinen etwas gerade gebügelt. Kinder sind keine Trottel und Erwachsene nicht allwissend. Deswegen haben wir auch oft mit ähnlichen Problemen zu kämpfen, wie beispielsweise in der Episode "The Sign" zu sehen ist. Es geht um Veränderung und wie diese sowohl auf Klein als Groß wirken kann. Nachdem die Episode – es ist übrigens die bis dato letzte – veröffentlicht wurde, meldeten sich hunderte Eltern zu Wort, wie arg sie emotional aufgerüttelt wurden.

Worauf wartest du noch: Schau dir Bluey an!

Bluey ist mehr als nur eine Kinderserie. Sie ist eine Hommage an das Familienleben mit all seinen Höhen und Tiefen, die zeigt, dass man den Alltag mit einer gesunden Portion Humor und Fantasie meistern kann. Egal, ob du selbst Kinder hast oder einfach was zum Comfort Watching und eine herzerwärmende Serie suchst, die dir ein Lächeln ins Gesicht zaubert – Bluey ist eine absolute Empfehlung.



Wo kann man Bluey streamen?

Alle Episoden kannst du auf Englisch auf der offiziellen Webseite oder bei YouTube streamen. Auf Deutsch kannst du sie derzeit bei Disney+ anschauen.



Der ultimative Bluey-Episoden-Guide

Bei Consequence of Sound gibt es ein Ranking aller (!) Bluey-Episoden. Wenn du dir erstmal nur die Highlights anschauen willst, bist du da bestens aufgehoben. Kleiner Spoiler: Mit der #01, "Sleepytime", sind wir absolut d'accord. Was für eine fantastische Episode – bei der natürlich am Schluss auch heftig geheult werden musste. 

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